Legales Doping mit Obst und Gemüse

Legales Doping mit Obst und Gemüse

Segensreiche Inhaltsstoffe in perfekter Zusammensetzung, wenig Kalorien und eine Gaumenfreude. Obst und Gemüse kann eigentlich gar nicht oft genug auf dem Speiseplan stehen. Vor allem Sportler können damit ganz gezielt ihre Leistungsfähigkeit steigern. Das zeigen aktuelle Studien. Doch viel zu wenige nutzen das legale Doping aus der Natur.

Mit Obst und Gemüse die Leistung verbessern

Egal ob auf dem Sportplatz oder im Fitnessstudio: Wenn es um ganz heiße Tipps geht, wie man noch ein bisschen mehr aus seinem Körper herausholen kann, dann geht es meistens um das neueste Eiweißpulver. Manchmal auch um den neuen Fitnessriegel, dessen Verpackungsbeschreibung das Blaue vom Himmel verspricht. Den Ratschlag, es doch mal mit Obst und Gemüse zu versuchen, hört man eher selten. Schade, denn die Naturprodukte sind legales Doping.

Obst und Gemüse ist legales Doping
Mit Obst und Gemüse gezielt die Leistung verbessern (Foto: adpic)

Hier die Ergebnisse aktueller Studien

  • Wassermelone. Nicht nur perfekter Durstlöscher, sondern auch eine Wohltat für zuvor stark belastete Muskeln. Die Wirkung ist genauso gut, wie bei der Einnahme von Ibuprofen, hat eine Studie gezeigt. Möglich macht das der in Wassermelone enthaltene Wirkstoff Citrullin. Der Körper wandelt diese Aminosäure in Arginin um und dieses sorgt für entspanntere Gefäße und eine bessere Muskeldurchblutung. Folge: Die Erholungszeit nach einer intensiven Belastung verkürzt sich. So ganz nebenbei wirkt sich das übrigens auch positiv auf die männliche Potenz aus. Darüber hinaus steckt die Wassermelone voller Vitamin A und Vitamin C.
  • Sauerkirschsaft. Toll für Kraft- und Ausdauersportler. In einer Studie an der britischen Universität von Exeter ließ man gut trainierte Athleten ein intensives Krafttraining durchführen. Vor und nach dem Workout tranken die Probanden 50 Milliliter Kirschsaft. Eine weitere Gruppe bekam den Saft nicht. Das Ergebnis: Die Sportler, die den Saft bekamen, erholten sich deutlich schneller und konnten insgesamt härter trainieren. Zweimal 50 Milliliter täglich erwiesen sich dabei als die richtige Dosis. Auch Ausdauersportler profitieren laut einer Studie mit 20 Marathonläufern an der britischen Northumbria Universität. Die eine Hälfte bekam fünf Tage vor dem Lauf zweimal täglich 50 Milliliter Kirschsaft, die andere Hälfte nicht. Auch ihnen wurde Blut abgenommen. Das Ergebnis: Die Kirschsafttrinker wiesen 48 Stunden nach dem Lauf deutlich bessere Fitnesswerte auf, waren besser erholt und konnten schneller wieder ins intensive Training einsteigen.
  • Blaubeeren. In einer im Journal of the International Society of Sports Nutrition veröffentlichten Studie, ließen Wissenschaftler zehn Frauen ein intensives Krafttraining für den Quadriceps durchführen. Die eine Hälfte trank fünf und zehn Stunden vor dem Workout sowie direkt danach, zwölf und 36 Stunden später, einen kleinen Blaubeeren-Smoothie. Die andere Hälfte bekam ein Placebo-Getränk. Vor und in bestimmten Abständen nach dem Training wurde den Frauen Blut abgenommen. Gemessen wurden die Erholungswerte anhand der Marker, die auf oxidativen Stress hinweisen. Ergebnis: Die Muskulatur der Frauen, die immer wieder ein paar Schlücke Blaubeeren-Smoothie tranken, wies deutlich weniger Mikroverletzungen auf und sie erholten sich schneller. Sie konnten härter trainieren und waren ermüdungswiderstandsfähiger.
  • Rote Beete. Ausdauersportler profitieren vor allen von Roter Beete. Das hat eine vor wenigen Wochen erschienene Studie im Fachmagazin Nutrients eindeutig gezeigt. Die Wissenschaftler haben in einer so genannten Metanalayse (die Auswertung aller relevanten Studien zu diesem Thema) klar nachweisen können, dass Rote Beete die Ausdauerleistungsfähigkeit um rund zwei Prozent steigern kann. Klingt auf den ersten Blick nicht besonders eindrucksvoll, können beispielsweise im Marathon aber ein paar Minuten ausmachen. Zugeschrieben wird der Effekt auf die Erhöhung der Stickstoffmonoxid-Konzentration (NO). NO ist ein wichtiges Signalmolekül und hat unter anderem gefäßerweiternde Funktion. Außerdem verbessert es die Zusammenarbeit von Nerven und Muskeln und es pusht das Immunsystem. Der Körper verbraucht bei hoher Belastung weniger Energie und das macht leistungsfähiger und ausdauernder.
Vitaminpillen kommen nicht an das Potential echter Lebensmittel heran

Besser als jede Pille und keine Nebenwirkungen

Die Studienlage ist also eindeutig. Wer auf Obst und Gemüse in der Nahrung verzichtet, verschenkt wertvolles Leistungspotential. Nicht nur die vier genannten Naturprodukte, auch alle anderen Gemüse- und Obstsorten sollten regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Untersuchungen zeigen, dass hier aber noch Nachholbedarf besteht. Über 80 Prozent alle leistungsorientierten Sportler schlucken stattdessen Vitaminpillen, die nachweislich nicht an das Potential der natürlichen Produkte heranreichen. Denn der Verzehr von Gemüse und Obst (400 Gramm Gemüse und 200 Gramm Obst sollten es täglich mindestens sein, wenn nicht mehr), wirkt deutlich besser, als die Einnahme von Einzelsubstanzen. Die Wissenschaftler führen das auf die einzigartige Zusammenstellung der Nährstoffe zurück. Sie ist bislang unerreichbar. Also, ab in den nächsten Bioladen und ordentlich Obst und Gemüse einkaufen!



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