Muskelkrampf vorbeugen und optimal behandeln

Muskelkrampf vorbeugen und optimal behandeln

Sie treten plötzlich auf und tun höllisch weh. Kommt es bei einer sportlichen Belastung zu einem Muskelkrampf, handelt es sich fast immer um einen Schutzmechanismus des Körpers. Er ist einfach überlastet. Obwohl schmerzhaft, ist ein Muskelkrampf in den meisten Fällen harmlos. Trotzdem solltest Du wissen, was zu tun ist.

Meist ist die Wade betroffen

Bei Fußballern in der Verlängerung, bei Tennisspielern im fünften Satz und bei Marathonläufern ab Kilometer 35. Auch viele Spitzensportler haben hin und wieder mit einem Muskelkrampf zu kämpfen. Meist sind sie die Folge einer lokalen Störung der Blutversorgung. Oft ist die Wade betroffen, aber tatsächlich können sich viele der über 600 Muskeln des menschlichen Körpers spontan und unwillkürlich krampfhaft zusammenziehen. Das ist sehr schmerzhaft. Der betroffene Muskel ist extrem verhärtet und in der Regel bewegungsunfähig.

Bei Muskelkrämpfen gilt eine Massage
Bei einem Muskelkrampf kann eine Massage sehr gut helfen (Foto: adpic)

Die häufigsten Ursachen für einen Muskelkrampf

  • Flüssigkeits- und Elektrolytmangel durch starkes Schwitzen
  • Übermäßig starke Muskelanspannung während einer sportlichen Belastung.
  • Ungewohnte Belastungen, die den Muskel überfordern.
  • Kaltes Außentemperaturen oder der Aufenthalt in kaltem Wasser.
  • Alkohol kann schon in geringen Dosen einen Muskelkrampf verursachen.
  • Defekte Bandscheiben, wenn sie gegen das Nervengewebe drücken.
  • Krampfadern, auch Varizen genannt, die sehr weit verbreitet sind.
  • Vitamin-D-Mangel
  • Infektionen
Dehnen hilft bei Muskelkrämpfen
Dehnen kann einen Muskelkrampf verhindern und Schmerzen lindern (Foto: adpic)

Sofort dehnen kann bei Muskelkrämpfen helfen

Bei einem Muskelkrampf machen die meisten Betroffenen ganz instinktiv das Richtige. Sie bauen einen Gegenspannung auf und versuchen den betroffenen Bereich zu dehnen. Bei einem Wadenkrampf heißt das, die Fußspitze in Richtung Knie zu ziehen. Das lockert die Muskulatur. Eine Person in der Nähe kann beim Dehnen unterstützen. Helfen kann auch eine Massage. Da ein Flüssigkeits- und Elektrolytmangel zu den Hauptursachen zählt, ist es wichtig die Speicher wieder aufzufüllen. Dem Körper fehlt Natriumchlorid, oder vereinfacht ausgedrückt: Salz. Ein Glas Wasser mit einer Prise Salz kann helfen. Salztabletten sind laut neuesten Erkenntnissen eher nicht geeignet. Die Inhaltsstoffe können einen Muskelkrampf zwar bekämpfen, sie brauchen aber rund 60 Minuten bis zur Verstoffwechslung. Solange möchte sicher niemand warten. Auch Senf gilt als krampflösend. Eine wissenschaftliche Bestätigung steht aber noch aus.

Die Inhaltsstoffe im Gurkensaft helfen gegen Muskelkrämpfe
Ein echter Geheimtipp bei Muskelkrämpfen: Gurkensaft (Foto: adpic)

Gurkensaft hilft bei Muskelkrämpfen

Als äußerst wirkungsvoller Geheimtipp gilt Gurkensaft. In einer US-Untersuchung hat sich gezeigt, dass Gurkenwasser die Krampfdauer um die Hälfte verkürzen kann. Ideal ist ein Milliliter Gurkenwasser pro Kilogramm Körpergewicht. Da aber niemand Zeit hat, erst zu messen, tut es einfach ein kräftiger Schluck.

Magnesium hilft bei einem Muskelkrampf nicht

Wer Muskelkater vorbeugen möchte, greift gerne zu Magnesium. Doch entgegen der nach wie vor weitläufigen Meinung, hilft das gar nicht so gut. Was Muskeln und Nerven aber mögen sind vermutlich B-Vitamine. Sie halten den Stoffwechsel auf Trab und fördern die Blutbildung. Die besten Quellen sind:

  • Vitamin B1: Vollkornbrot und Hülsenfrüchte
  • B2-Vitamine findest Du in Milch- und Vollkornprodukte, Käse, Pilze, Hülsenfrüchte, Brokkoli, Spinat
  • Tolle Vitamin B6-Quellen sind Vollkornreis, Avocados, Bananen, Grünkohl, Leber.
  • Vitamin B12: Rind, Fisch, Milch und Milchprodukte.
Zu viel Flüssigkeit kann auch schaden
Mit dem Trinken sollte man es trotz Schwitzen nicht übertreiben (Foto: Henri Meilhac)

Besser nicht über den Durst trinken

Noch ein Hinweis zum Trinken: Wann genau es damit anfing, kann heute keiner mehr so genau sagen. Aber irgendwann wurde den Menschen, vor allem Sportlern, eingebläut, sie würden zu wenig trinken. Jogger laufen deshalb heute mit speziellen Wasserbehältern durch die Gegend. In jedem Fitnessstudio stehen die Wasserflaschen griffbereit und bei Online-Workouts greifen die Instruktoren bei den ersten Schweißtropfen zur Trinkflasche. Doch auch hier kann ein zu viel gefährlich sein, lebensgefährlich sogar. In den letzten Jahren sind nachweislich mehr als ein Dutzend Menschen an einer so genannten Hypernatriämie beim Sport gestorben. Sprich sie haben zu viel Flüssigkeit zu sich genommen haben.

Was passiert bei zu viel trinken?

  • Die Menge an Flüssigkeit und die Menge an Salzen im Körper gerät aus dem Gleichgewicht.
  • Flüssigkeit tritt von der Blutbahn über ins Gewebe.
  • Es kann zu Wassereinlagerungen im Gehirn kommen.
  • Der entstehende Druck beeinträchtigt das Atemzentrum.

Marathonis haben häufig einen Muskelkrampf

Im Rahmen einer Studie während des Boston-Marathons wiesen 13 Prozent der Teilnehmer eine Hyponatriämie auf. Zu den Symptomen zählten Übelkeit, pochende Kopfschmerzen, Müdigkeit und Verwirrung. Deshalb ist es wichtig zu wissen, dass noch kein Läufer gestorben ist, weil er zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen hat. Was also tun? Zwei Liter täglich, gut über den Tag verteilt sind ideal. Wer beim Sport stark schwitzt, kann auch noch einen halben bis einen Liter mehr trinken. Aber nicht über den Durst trinken, nur weil man meint, das jetzt machen zu müssen. Von Vorteil sind Getränke, die Natrium und weitere Mineralien enthalten. Während eines schweißtreibenden Trainings kann man alle 20 Minuten etwa 200 Milliliter Flüssigkeit zu sich nehmen. Gehaltvolles und sprudelndes Mineralwasser ist ideal nach einem Training. Aber bitte langsam trinken. Der Darm kann in einer Stunde nur 0, 5 bis 0, 8 Liter verarbeiten.



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