Wie Fußballtraining die Telomere beeinflusst

Wie Fußballtraining die Telomere beeinflusst

Wissenschaftler sind weltweit auf der Suche nach einer Pille, mit der sich das Leben verlängern lässt. Bis es soweit ist, dürfte es noch eine ganze Weile dauern. Doch es gibt schon eine nachweislich gute Möglichkeit die telomere und damit die Lebensspannen zu beeinflussen: Fußballtraining!

Telomere kurz erklärt

Kennst Du Telomere? Dabei handelt es sich um die Enden unserer Erbgutfäden. Sie ummanteln unsere Chromosomen, schützen und stabilisieren sie. Durch ständige Zellteilung im Laufe des Lebens nimmt ihre Länge allerdings immer weiter ab. Dadurch verlernen sie auch ihre Schutzfunktion. Irgendwann sind die Telomere so kurz, dass sich unsere Zellen nicht mehr teilen können und absterben. Fußballtraining kann diesen Prozess verlangsamen und so das Altern abbremsen, zeigt eine neue Studie.

Fußballtraining hat Einfluss auf die Telomere

Ein internationales Forscherteam rund um den deutschenen Leiter Dr. Christian Werner vom Uniklinikum Saarland hat 140 junge und ältere Fußballspieler untersucht. Sie haben bei den Sportlern die Länge der Telomere und ihre Aktivität gemessen und diese dann mit inaktiven und untrainierten Studienteilnehmern verglichen. Dabei kamen sie zu einem eindeutigen Ergebnis: Bei den aktiven Sportler zeigte sich eine deutlich erhöhte Aktivität der Telomere gegenüber den Nicht-Sportlern. 

Auch die Herzgesundheit profitiert?

Fazit der Wissenschaftler: Ein regelmäßiges Fußballtraining setzt, unabhängig vom Alter, Mechanismen auf zellulärer Ebene in Gang, die dem Alterungsprozess entgegen wirken. Außerdem haben sie höchstwahrscheinlich positiven Einfluss auf die Herzgesundheit. Vermutlich gibt es diesen Effekt nicht nur beim Fußball, sondern auch bei vielen anderen Mannschafts- und Individualsportarten. das haben weitere Studien schon gezeigt.

Telomere gelten auch als Lebensfaden. Fußballtraining kann sie positiv beeinflussen.
Telomere haben massiven Einfluss auf den Alterungsprozess (Foto: adpic)

Nicht nur die Gene, auch Sport hat Einfluss auf das Altern

Warum wir altern ist der Wissenschaft nach wir vor ein Rätsel. Was man weiß, ist dass sich die Zellen des Körpers teilen, um sich zu erneuern. Allerdings ist diese Teilungsrate limitiert. Dieses Limit ist verbunden mit der Zahl der vererbtenTelomere. Dabei handelt es sich um X-förmige DNA-Pakete im Kern jeder Zelle. Je länger sie sind, desto mehr Teilungen können die Zellen durchmachen und desto länger kann man folglich leben. Aufgrund dieser Studie weiß man aber nun, dass nicht nur die genetische Ausstattung eine Rolle spielt, sondern auch regelmäßige sportliche Aktivität.

Wie funktioniert das mit den Telomeren?

Um zu verstehen, wie sie funktionieren, hier ein kurzer Erklärungsversuch: Am Ende eines jeden Chromosomenarmes befindet sich ein Telomer. Während der Zellteilung binden sich Enzyme an ihnen. Sie beschleunigen die Reaktionen im Rahmen der Zellteilung. Die Enzyme docken an die Telomere an, bereit jede Zelle zu vervielfältigen. Wenn das Enzym sich löst, nimmt es einen Teil des Telomers mit. Dadurch verkürzen sich die Chromosomen mit jeder Teilung. Irgendwann wird ein Telomer dann so kurz, dass Enzyme nicht mehr andocken können. Die Zellen können sich nicht mehr teilen oder erneuern. Und so gegen den einzelnen Zellen die Telomere aus.

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