Trainingslager – Diese Fehler solltest Du vermeiden

Trainingslager – Diese Fehler solltest Du vermeiden

Osterzeit ist für viele Sportler die Zeit für ein Trainingslager. Gerne im Süden bei schönem Wetter will man sich zwei oder gar drei Wochen lang möglichst optimal auf die Sommersaison vorbereiten. Das Problem dabei: In kaum einer anderen Trainingsphase werden so viele Fehler gemacht.

Die größten Fehler im Trainingslager

Ich kann mich noch gut an meine Trainingslager erinnern. In den ersten Jahren sind wir mehrmals ins frühere Jugoslawien nach Pula gereist. Später dann an der französischen Atlantikküste. Wie die Verrückten haben wir trainiert. In der Heimat durchschnittlich vier- oder fünf Trainingseinheiten in der Woche, haben wir im Trainingslager zweimal täglich die Laufschuhe geschnürt. Mit unliebsamen Folgen: Nach wenigen Tagen meldete sich ein Großteil mit grippalen Infekten oder schmerzenden Muskeln und Gelenken vom Training ab. In diesen zwei Wochen, so hieß es damals, holen wir uns die Kraft für die ganze Saison. Was für ein Blödsinn!

Der Körper lässt sich nicht überlisten

Warum völliger Blödsinn? Weil Du in zwei oder drei Wochen nicht plötzlich so viel mehr aus Deinem herausholen kannst. Das soll aber nicht heißen, dass sich ein Trainingslagers nicht lohnt. es hat auch viele Vorteile: Man trainiert in einer schönen schönen Umgebung, Schule oder Beruf sind keine Ablenkung. Also ist es möglich, sich voll und ganz auf das Training zu konzentrieren. Was dabei aber gerne übersehen wird, ist der Körper und seine ganz natürlichen physiologischen Vorgänge. Mit anderen Worten: Wer normalerweise drei, vier oder gar fünf bis sechsmal wöchentlich trainiert, kann sein Trainingspensum nicht plötzlich verdoppeln oder gar verdreifachen.  Das macht unser Körper einfach nicht mit.

Bei mehr als 60 Prozent droht ein Übertraining

Untersuchungen und Umfragen haben gezeigt: Nie ist die Verletzungsgefahr größer, als im Trainingslager. In keiner anderen Phase kommt es so häufig zu Übertraining. Und es dauert manchmal Wochen, aus diesem Übertrainingszustand wieder herauszukommen. Ziel eines Trainingslagers ist es doch, gestärkt wieder nach zu Hause zu kommen und nicht krank.

Ein guter Plan ist im Trainingslager besonders wichtig (Foto: adpic)

Das Training im Trainingslager richtig dosieren

Was bedeutet das nun in Bezug auf das Training? Es ist trotzdem möglich zweimal am Tag zu trainieren, aber die Belastung sollte dann den individuellen Fähigkeiten entsprechend gesteuert werden. Denn es sollte nicht darum gehen, das Letzte aus seinem Körper herauszuholen. Es geht darum ihn optimal zu belasten. Vor allem in den ersten Tagen ist es trotz größter Motivation wichtig, die Belastung gut zu dosieren. Ideal ist es schon vorab, einen guten Trainingsplan zu erstellen. Hier ein paar Vorschläge, was Du dann alles berücksichtigen solltest:

  • Bei zweimal täglichem Training solltest Du die Trainingseinheiten, die Du ansonsten zu Hause durchführst, aufteilen.
  • Dann legst Du in den einzelnen Trainingseinheiten etwa 10 bis 15 Prozent an Belastung zu.
  • Du läufst etwas länger, machst ein oder zwei Tempoläufe mehr oder Du intensivierst Dein Krafttraining ein wenig.
  • Dein Trainingspensum erhöht sich schon dadurch, dass Du Dich zweimal aufwärmst und eine Cool-Down-Phase durchführst.
  • In den Pausen zwischen den Trainingseinheiten solltest Du Dich dann gut erholen.
  • Auch mit einer guten Ernährung kannst Du Deinen Körper sehr effektiv unterstützen.
  • Wie zu Hause auch, ist es wichtig, auf den Körper zu hören und die Belastung je nach Gefühl anzupassen. An guten Tagen kannst Du ruhig eine Schippe draufpacken. An nicht so guten Tagen kann es Sinn machen, die Belastung zu reduzieren.
  • Bedenke bitte auch den Reisestress. Wenn Du lange unterwegs warst, solltest Du in den ersten Tagen nicht gleich die intensivsten Programme durchführen.



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