Das Temperaturempfinden ist bei Frau und Mann ganz unterschiedlich

Das Temperaturempfinden ist bei Frau und Mann ganz unterschiedlich

Noch hat die Industrie nicht reagiert. Sportkleidung für das weibliche und männliche Geschlecht unterscheidet sich zwar im Schnitt, nicht aber im Stoff oder der Dicke. Das könnte sich ändern. Eine aktuelle Studie fand jetzt heraus, dass Frauen während des Trainings und in der Regenerationsphase ein völlig anderes Temperaturempfinden haben als Männer.

Frauen frieren anders als Männer

Sie soll uns warmhalten, Schweiß abtransportieren oder bei warmen Temperaturen für Wohlbefinden sorgen. Moderne Funktionskleidung ist dazu heute in der Lage. Kaum ein Athlet der heute noch Baumwolle beim Sport oder Fitnessprogramm anzieht. Jetzt haben US-Forscher der Public Health und Health Professionals in Buffalo erstmals untersucht, wie warm oder kühl es Frauen und Männer beim Training und in der Erholungsphase am liebsten haben. Es zeigten sich deutliche Unterschiede.

Bei der Temperaturregulation brauchen Männer länger als Frauen
Die Temperaturregulation dauert bei Männern länger (Foto: adpic)

Wie funktioniert thermisches Verhalten?

Man weiß seit langer Zeit, dass jeder Mensch über zahlreiche automatische Mechanismen verfügt, um auf höhere Temperaturen zu reagieren. So fängt der Körper bei jeder ausreichend intensiven Belastung an zu schwitzen. Außerdem erhöht sich die Durchblutung der Haut. Zudem haben wir alle die Möglichkeit einfach etwas auszuziehen, um uns abzukühlen. Diese freiwillige Aktion bezeichnet man als thermisches Verhalten.

Wie haben die Forscher das Temperaturempfinden untersucht?

An der Studie nahmen zehn Frauen und zehn Männer teil. Sie alle mussten mehrmals 60 Minuten auf einem Fahrradergometer trainieren. Jeder Proband trug dabei ein maßgeschneiderten Outfit mit einem so genannten dualen Schlauchsystem. Dieses hatte direkten Kontakt zum Nacken. Der Nacken deshalb, weil er besonders empfindlich auf Temperaturschwankungen reagiert. Durch das Schlauchsystem konnten die Teilnehmer unterschiedlich kühle Flüssigkeit leiten. Die Probanden hatten die Aufgabe sich thermisch zu verhalten. Mit anderen Worten: Jedes Mal wenn sie das Gefühl hatten, der Nacken sei unangenehm warm, sollte sie so lange abkühlen, bis sie sich wieder wohl fühlten. Die Teilnehmer wurden während der Aktivität und noch eine Stunde danach genau überwacht. Auch in der Erholungsphase sollten Sie ihre Nackentemperatur auf einem angenehmen Niveau zu halten.

Kommt demnächst geschlechtsspezifische Sportkleidung?

Ergebnis: Das Temperaturempfinden unterschied sich deutlich. Die weiblichen Teilnehmer wollten durchweg mehr Kühlung als die Männer. Und das trotz nahezu identischer Veränderungen der Körpertemperatur. Erklärung der Forscher: Frauen besitzen nicht nur mehr subkutanes Fett als Männer sie reagieren auch deutlich sensibler auf Temperaturschwankungen. Besonders bemerkenswert für die Forscher war, dass die Hauttemperatur in der Erholungsphase bei Frauen sehr viel schneller wieder auf Normalniveau zurückkehrte. Bei den Männern dauerte es 60 Minuten, bei den Frauen nur 10 Minuten. Erste Sportartikerhersteller sollen auf die Studie bereits reagiert haben. Sie wollen in den nächsten Jahren mehr geschlechtsspezifische Fitnessbekleidung auf den Markt bringen.

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