Die optimale Schrittlänge beim Laufen

Die optimale Schrittlänge beim Laufen

Biomechanische Messungen und Videoanalysen, Spezialkrafttraining und koordinative Übungen – im Leistungssport suchen Läufer und ihre Trainer stets nach der optimalen Schrittlänge, um noch schneller laufen zu können. Doch jetzt zeigt eine neue Studie: Das muss alles nicht sein. Warum? Weil die Schrittlänge, die ein Läufer ganz instinktiv wählt, genau die richtige ist.

Wie wichtig ist die Schrittlänge wirklich?

In meinen Bücherregal stehen mehr als 30 Bücher, in denen es nur um das Laufen geht. Darunter auch ein Werk von mir (siehe unten). Ich habe sie alle noch mal durchgeblättert. Kaum einer dieser Ratgeber, der sich nicht auch auf mehreren Seiten mit dem Thema „richtige Schrittlänge“ beim Laufen beschäftigt. Mit allen dazugehörigen Tipps, wie Laufordination und  Sprungläufe sowie Kraftübungen für die Waden, um einen besseren Abdruck zu erzielen, Muskeltraining für die Oberschenkel- und Hüftmuskulatur für einen besseren Kniehub. Über Sinn und Zweck dieser Maßnahmen wird unter Expertenkreisen schon lange gestritten und nun gibt es endlich eine wissenschaftliche Expertise:

Die Schrittlänge beim Laufen ist ganz individuell
Die meisten Käufern finden ganz instinktiv die richtige Schrittlänge (Foto: adpic)
  • Egal ob völliger Laufanfänger oder Olympiateilnehmer. Die Schrittlänge, die man ganz instinktiv wählt und mit der man sich am wohlsten fühlt, ist die Beste.
  • So das Ergebnis einer Studie am Kinesiologischen Institut der Universität von Nevada im Spielerparadies Las Vegas.

Veränderte Schrittlänge führt zu Leistungseinbußen

Die Wissenschaftler haben 33 Läufer genau unter die Lupe genommen. 19 von ihnen versierte und langjährige Läufer (manche Teil der US-Nationalmannschaft und Olympiateilnehmer) und 14 Laufneulinge. Sie mussten, mit entsprechenden Pausen, immer mal wieder 20 Minuten laufen. Mal mit kürzerer, mal mit längerer als ihrer gewohnten, bzw. instinktiv gewählten Schrittlänge. Das Ganze war mit Hilfe eines laut biependen Metronoms möglich. Gemessen wurde dann die Sauerstoffaufnahme während der Belastung. Ergebnis:

  • Sowohl der Versuch, die Schritte zu verlängern als auch zu verkürzen, führte zu deutlichen Leistungseinbußen.
  • Der Sauerstoffverbrauch schnellte in die Höhe, die Läufer kamen schneller in den anaeroben Bereich.

Rat der Wissenschaftler: Es kommt beim Laufen nicht auf die Ästhetik an, sondern darauf, besonders weite Schritte zu machen. Läufer sollten die von ihnen ganz instinktiv gewählte Schrittlänge unbedingt beibehalten.

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