Spinat macht doch mehr Muskeln als gedacht

Spinat macht doch mehr Muskeln als gedacht

Die meisten von uns kennen Popeye. Seine überragende Schlagkraft und seine beeindruckend gezeichneten Muskeln hat er dem zuhauf vertilgten Spinat zu verdanken. Lange Zeit galt das als Mythos. Doch jetzt zeigt eine neue Studie, dass das grüne Gemüse tatsächlich enormen Einfluss auf unsere Muskeln und unsere Muskelkraft hat. Es werden sogar Stimmen laut, Spinat auf die Dopingliste zu setzen.

Was ist das Besondere am Spinat?

Spinat ist definitiv gesund. Er enthält viele Mineralien, Vitamine und auch Proteine. Große Berühmtheit erlangte Spinat Ende des 19. Jahrhunderts. Aufgrund einer falsch durchgeführten Studie ging man damals von einem enorm hohen Eisengehalt aus. Später stellte sich dann heraus, dass der ermittelte Wert deutlich zu hoch war. Der Stoff, der jetzt im Mittelpunkt der Wissenschaft steht, ist Ecdysteron. Wissenschaftler der Freien Universität Berlin haben diesen genauer unter die Lupe genommen.

Der Wirkstoff Ecdysteron im Spinat hat muskelaufbauende Effekte (Foto: pixabay)

Macht Spinat tatsächlich mehr Muskeln?

Die Antwort auf die in der Überschrift gestellte Frage lautet ganz klar ja. Im Deutschlandfunk sagte die Studienleiterin Maria Parr, dass Ecdysteron auch als „Russian Secret“ für Leistungssteigerung im Sport bekannt ist. In Tierversuchen erwies sich Exdysteron sogar effektiver als bekannte und auf der Verbotsliste stehende Dopingmittel. Die Berliner Wissenschaftler haben das nun erstmals auch an Menschen ausgetestet und kommen zu einem klaren Ergebnis: Spinat wirkt wie ein Dopingmittel!

Studie mit 46 Probandinnen und Probanden

An der doppelblinden Studie nahmen 46 Probandinnen und Probanden teil. Zur Erklärung: Doppelblind heißt, dass die Teilnehmer der Studie nicht wussten, was sie einnehmen. Eine Gruppe bekam Spinatextrakt in unterschiedlich hohen Dosierungen, eine andere Gruppe ein wirkungsloses Place. Zehn Wochen lang führten alle Probandinnen und Probanden dann ein regelmäßiges Training durch. Am Ende der Studie mussten sie sich dann einem Leistungstest im Bankdrücken und Kniebeugen unterziehen.

Signifikant mehr Muskeln und Muskelkraft

Das eindeutige Ergebnis, hat die Forscher dann doch ziemlich überrascht. Bei den Probandinnen und Probanden die unwissentlich Spinat und damit Ecdysteron erhalten hatten, zeigte sich signifikant höherer Zuwachs an Muskelmasse. Das schlug sich auch auf die sportliche Leistung beim Bankdrücken und bei den Kniebeugen nieder. Die Leistungssteigerung ist so groß, dass die Wissenschaftler fordern, Spinat mit auf die Dopingliste zu setzen.

Du kannst trotzdem weiter Spinat essen

Wer nun beim Spinat essen befürchtet, sich zu dopen, muss keine Angst haben: Um die gleichen Effekte wie in der Studie zu erreichen, müsste man täglich mindestens zwei Kilogramm zu sich nehmen. Das wäre dann wohl selbst Popeye zu viel. Allerdings gibt es Nahrungsergänzungsmittel, die hochdosiertes Ecdysteron enthalten. Aber auch hier ist es vermutlich besser abzuwarten. Es gibt erste kritische Stimmen zur Studie. Diese betrifft vor allem die geringe Probandenzahl und die unterschiedliche Ausgangslage bezüglich der Fitness der Teilnehmer.



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