Der Hype um Superfoods – Was ist wirklich dran?

Der Hype um Superfoods – Was ist wirklich dran?

Sie sollen uns fitter machen, ausdauernder, kräftiger und gesünder. Superfoods finden sich heute regalweise in jedem Supermarkt und auch ich habe schon über Chiasamen und Co. geschrieben. Jetzt hat das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg Superfoods mal genauer unter die Lupe genommen und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis.

Keine aussagekräftigen Studien zu Superfoods

Bei den mittlerweile zuhauf anzufindenden Superfoods handelt es sich in der Regel um exotische Pflanzen, wie Chiasamen, Açai- oder Gojibeeren. Oft sind sie in getrockneter Form, als Püree oder Extrakt erhältlich. Sie sollen nicht nur leistungsfähiger machen, den Alterungsprozess aufhalten und das Herz stärken, sondern auch vor Krebs schützen. Echte Alleskönner also. Aber es gibt ein Problem. Die vorliegenden Studien zu Superfoods wurden bislang nur an Zellen oder Tieren durchgeführt.

Wie gesund Chiasamen wirklich sind, ist nicht genau bekannt (Foto: adpic)

Superfoods sind eine Marketingerfindung

Das Deutsche Krebsforschungszentrum kritisiert zu Recht, dass es sich beim Begriff Superfoods um eine clevere Marketingstrategie handelt. Sie suggeriert dem Verbraucher eine ganz besonders hohe Qualität. Der Begriff ist weder rechtlich geschützt, noch genau definiert. Also darf im Grunde genommen jedes Produkt das Label Superfood tragen. Ganz verteufeln wollen die Experten die exotischen Früchte aber nicht. Denn natürlich können auch sie zu einer abwechslungsreichen Ernährung beitragen. Auch sie enthalten viele Vitamine, Mineralien und andere gesunde Nährstoffe.

Das Superfoods vor Krankheiten wie Krebs schützen können, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage.

Dr. Susanne Weg Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg

Heimische Pflanzen genauso wertvolle Superfoods

Nicht nur angesichts der Klimadebatte und der weiten Wege, die viele dieser Superfoods zurücklegen müssen, lohnt sich ein Blick auf einheimische Produkte. Grünkohl, Rote Beete, Beeren, Karotten, Zwiebeln und Äpfel liefern uns ebenfalls viele gesundheitsfördernde Nährstoffe. Für ausreichend Ballaststoffe sorgen Vollkornprodukte und Leinsamen. Der Vorteil dieser Lebensmittel vor der Haustür: Sie sind oft kostengünstiger und ihre Herkunft ist nachvollziehbar.

Anstatt sich ernährungstechnisch auf eine Handvoll exotischer Lebensmittel zu verlassen, von denen behauptet wird, sie seien „super“ ist es besser, auf die ganze Bandbreite des hiesigen Obst- und Gemüseangebots zu setzen.

Fazit des Europäischen Informationszentrums für Lebensmittel (EUFIC)

Expertenrat zur täglichen Ernährung

  • Täglich mindestens 400 Gramm Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst
  • Möglichst täglich Getreideprodukte aus Vollkorn
  • Zucker– und fettreiche Speisen meiden
  • Pro Woche weniger als 500 g Fleisch. Möglichst kein verarbeitetes Fleisch
  • Fertiglebensmittel meiden
  • Zurückhaltung beim Salz üben. Stattdessen lieber Kräuter zum Würzen verwenden


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