Warum Balancetraining für Sportler wichtig ist

Warum Balancetraining für Sportler wichtig ist

Für Skiläufer und Turner ist regelmäßiges Balancetraining eine Selbstverständlichkeit. Nicht nur weil es ihre Leistungen verbessert, sondern vor allem auch um Verletzungen zu vermeiden. Wichtig ist es aber für jeden, der regelmäßig Sport und Fitness treibt. Eine gute Balance macht Dich in allen Bereichen besser.

Balancetraining ist fester Trainingsbestandteil

Lange in seiner Bedeutung unterschätzt, gibt es heute kaum noch eine Sportart, in der Balancetraining keine Rolle spielt. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn wir brauchen diese Fähigkeit fast ständig. Für Läufer ist sie wichtig, wenn sie auf unebenem Untergrund joggen. Tennisspieler benötigen eine gute Balance, wenn sie einen Ball erlaufen und Fußballer benötigen sie bei einem Volley. Auch beim Krafttraining mit freien Gewichten ist die Balance gefragt.

Die Rolle des Masseschwerpunkts

Bei den Gleichgewichtsfähigkeiten spielt der Masseschwerpunkt eine wichtige Rolle. Das ist die Position, in der Du Dich am stabilsten fühlst und am unwahrscheinlichsten aus dem Gleichgewicht kommst. Denn immer wenn Du Dich bewegst, sucht sich Dein Körper die sicherste Position.

Balaancetraining verbessert auch Deine anderen konditionellen Fertigkeiten
Wer seine Balancefähigkeiten trainiert, verbessert sich auch in allen anderen Bereichen (Foto: adpic)

Nur Balancetraining verbessert die Haltungskontrolle

Eine im Fachmagazin Sports Medicine veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass Muskelkraft und Beweglichkeit nicht ausreichen, um die Balancefähigkeiten zu trainieren. Tatsächlich ist nur ein regelmäßiges Balancetraining in der Lage die Haltungskontrolle wirksam zu verbessern.

Im Gehirn bilden sich neue Nervenbahnen
Balancetraining verbessert die Neuroplastizität im Gehirn (Foto: adpic)

Balancetraining verbessert drei wichtige Systeme

Die Studie hat zudem gezeigt, warum das Training der Balancefähigkeiten so wichtig ist:

  • Balancetraining ist die einzige Methode, die gleichzeitig das visuelle, das vestibuläre und das propriozeptive System trainiert.
  • Beim visuellen System erfolgt die Orientierung im Raum über die Augen.
  • Die Ohren sind Bestandteil des vestibulären Systems.
  • Beim propriozeptiven System sind es spezielle Rezeptoren in Muskeln, Sehnen, Bändern und Gelenken.
  • So ganz nebenbei verbessert Balancetraining auch die Neuoplastizität im Gehirn. Neu erschlossene Bereiche in unserem körpereigenen Computer helfen so zusätzlich das Gleichgewicht selbst bei kompliziertesten Übungen zu halten.
Man kann die Balancefähigkeiten auch ohne Hilfsmittel trainieren
Mit einfachen Übungen lassen sich die Balancefähigkeiten sehr gut trainieren (Foto: pixabay)

Die Balance lässt sich ganz einfach trainieren

Besonders praktisch. Die Balancefähigkeiten lassen sich sehr gut und einfach trainieren. Hier ein paar Beispiele:

  • Gehe vorwärts und rückwärts auf einer Bordsteinkante oder einem Baumstein. Fortgeschrittene können gleichzeitig noch versuchen einen Ball immer wieder hochzuwerfen und wieder aufzufangen. Profis sollten es mal mit jonglieren und balancieren versuchen.
  • Sehr effektiv sich auch einbeinige Kniebeugen. Du kannst dabei das Bein nach hinten oder vorne führen. Oder Du versuchst Yogamäßig den Unterschenkel beim beugen auf den Oberschenkel des Standbeins zu legen.
  • Auch Fallübungen, wie beim Judo, sind bestens geeignet die Balancefähigkeiten zu trainieren.
Mit dem Pezziball gleichzeitig Koordination und Kraft trainieren (Foto: adpic)

Balancetraining mit Hilfsmitteln

Natürlich hat auch die Industrie längst reagiert und bietet zahlreiche Produkte für ein effektives Gleichgewichtstraining an: Dazu gehören Pezzibälle, Balanceboards und spezielle Schaumstoffkissen, Slacklines und Minitrampoline. Sehr beliebt im Sommer und ein toller Ausgleichssport ist das Stand-up-Paddling.

Zum Abschluss noch ein paar Tipps:

  • Du brauchst ausreichend Platz. Vor allem vor scharfen Kanten solltest Du Dich fern halten, wenn Du aus dem Gleichgewicht kommst.
  • Möglichst gleichmäßig weiter atmen und nicht die Luft anhalten. Das passiert leider recht schnell. Schuld ist hier nicht unbedingt der Schwierigkeitsgrad, sondern der Stress beim Erlernen neuer Übungen.
  • Es sollte nicht Dein Ziel sein, bei den Übungen den Oberkörper gänzlich still zu halten. Viel besser ist es genau den Bereich zwischen Anspannung und Lockerheit zu finden, der Dich im Gleichgewicht hält.
  • Finde die Schwachstellen und trainiere sie. Ruhe Dich nicht darauf aus, wenn Du die Übungen perfekt beherrscht, sondern mach sie schwerer. Das ist wie beim Krafttraining. Da nimmst Du im Laufe der Zeit ja auch mehr Gewichte.


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