Was ist dran am Hype um die Faszien?

Was ist dran am Hype um die Faszien?

Sie sind aus dem sportlichen Alltag nicht mehr wegzudenken. In Fitnessstudios sind Faszienkurse der Renner und bei Sportübertragungen sieht man die Athleten regelmäßig über die harte Gummirolle rutschen. Die neuesten Erkenntnisse zeigen, dass es sich bei allem rund um die Faszien um einen Hype handelt, der hält was er verspricht.

Faszien sorgen für die nötige Körperspannung

Bei Faszien handelt es sich um straffe Häute aus Bindegewebe, die Knochen, Muskeln, Sehnen, Bänder und Organe umhüllen. Eigentlich handelt es sich sogar um nur eine einzige Faszie, die als dreidimensionales Netz die Grundstruktur unseres Körpers bestimmt. Diese Faszie sorgt für die nötige Körperspannung, damit wie stehen, sitzen, gehen, laufen und sportliche Höchstleistungen erbringen können.

  • Fehlhaltungen und falsche Bewegungsmuster, zu viel Stress und einseitige Belastung können die Struktur des Faszien-Netzes massiv beeinträchtigen.
  • Es kann zu schmerzhaften Verspannungen, Muskelschmerzen und frühzeitiger Ermüdung kommen. Und nicht nur das: Sogar mit Arthrose werden die Faszien in Verbindung gebracht.

Faszien, Faszientraining
Faszien spielen eine wichtige Rolle beim Training (Foto: adpic)

 Die neuesten Erkenntnisse bezüglich Fitness und Sport

  • Unsere Muskeln übertragen die Kraft nicht nur über die Sehnen, sondern über so genannte seitliche Vernetzungen auch über die Faszien.
  • Das betrifft insbesondere die Muskeln, die als Hilfsmuskeln an einer Bewegung beteiligt sind.
  • Wichtig für das Fitnessprogramm und das sportliche Training sind deshalb auch vielseitige Bewegungsformen (Stichwort: Functional Fitness) in vielen Bewegungsebenen und in alle Richtungen.
  • Wer diese Trainingsvarianten vernachlässigt läuft Gefahr, dass sich die Faszien miteinander verkleben. Das hat negative Auswirkungen auf die Elastizität und die Beweglichkeit.
  • Dank molekularmedizinischer Erkenntnisse weiß man, dass Faszien viele Rezeptoren enthalten. Ist die Faszie nicht so geschmeidig, wie sie sein sollte, meldet sie sich mit Schmerzen zu Wort.

Faszien und ihre Bedeutung

Die Bedeutung für das sportliche Training liegt also auf der Hand: Egal ob Hobbysportler, Fitnessfreak oder Leistungssportler:  Je variantenreicher das Training, desto besser ist das für den Körper und desto größer fallen auch die Erfolgserlebnisse aus. Joggen sollten eben nicht nur nur Joggen und Kraftsportler nicht nur Gewichte stemmen. Eine besondere Bedeutung haben Faszien auch für die so genannte Propriozeption:

  • Bei den Proprozeptoren handelt es sich um Rezeptoren in Muskeln und Gelenken, die uns rund um die Uhr mit Informationen darüber versorgen, wie unsere Bewegung, Haltung und Position im Raum gerade ist.
  • Die Propriozeptoren reagieren dabei auf Druck und Verformung. Die Signale, die dann an das Gehirn gesandt werden, entscheiden dann über mögliche oder auch nötige Positionsveränderungen des Körpers.
  • Das Gehirn sendet dann entsprechende Befehle an die Muskeln. Das Ganze bezeichnet man als Rückkopplungsschleife.
  • Wenn dann selbst komplizierteste sportliche Bewegungen scheinbar mühelos und leicht gelingen, hängt das mit den Propriozeptoren und den Faszien zusammen. Deshalb ist ein propriozeptives Training auch so wichtig.

Die Bedeutung der Faszienrolle

Wenn es um das Thema Faszien geht, kommt natürlich irgendwann auch die mittlerweile berühmte Kunststoffrolle zur Sprache. Tatsächlich fördert die besondere Form der Selbstmassage die Körperwahrnehmung. Das bearbeitete Gewebe wird bei der Arbeit mit der Faszienrolle wie ein Schwamm zusammengepresst und kann sich wieder neu auffüllen. Auch Verklebungen lassen sich damit nachweislich lindern oder gar beheben. Davon profitieren vor allem Sportler, wie eine Studie bestätigt hat. Das Ganze funktioniert übrigens nicht nur mit diesen speziellen Rollen, sondern auch mit Massagestäben, Tennis- und Golfbällen.

  • Faszienrolleranfänger sollten zunächst mit einem weicheren Material beginnen.
  • Denn das hin- und herrollen kann durch aus ziemliche Schmerzen verursachen. Vor allem dann, wenn tatsächlich Verklebungen vorliegen.



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