Wie kommt es zum Muskelzittern beim Krafttraining?

Wie kommt es zum Muskelzittern beim Krafttraining?

Wer regelmäßig Sport treibt, dürfte das Gefühl kennen. Bei einer Übung oder Bewegungsabfolge fangen die Muskeln plötzlich an zu zittern. Das ist ein seltsam Gefühl und immer auch ein Hinweis, dass der Körper an seine Grenzen stößt. Folgendes solltest Du zum Thema Muskelzittern beim Krafttraining deshalb wissen.

Muss ich mir wegen Muskelzittern sorgen machen?

Um diese wichtige Frage gleich als Erstes zu beantworten: In der Regel ist Muskelzittern bei einem sportlichen Trainings nichts, worüber Du Dir sorgen machen musst. Etwas anders sieht es aus, wenn das Muskelzittern one Belastung auftritt. Denn das ist ein Grund, sich in ärztliche Behandlung zu begeben.

Ermüdung ist der Hauptgrund

Es ist sicher nicht weiter überraschend, aber Ermüdung ist der Hauptgrund für Muskelzittern. Während jeder sportlichen Belastung spielen sich im Inneren des Körpers und der Muskeln viele Dinge ab. Jedesmal, wenn sich die Muskeln zusammenziehen, sendet das Nervensystem über so genannte Motoneuronen chemische Botenstoffe an den Zielmuskel. Für diesen ist es das Signal zu kontrahieren. Dann passiert folgendes:

  • Nicht alle Muskelfasern innerhalb eines Muskels oder einer Muskelgruppe ziehen sich gleichzeitig zusammen.
  • Stattdessen verteilen sie die Arbeit. Einiger Fasern arbeiten, andere ruhen und manchmal tauschen sie die Plätze.
  • Es ist ein ziemlich intelligentes System, denn der Körper weiß, wie viele Muskelfasern für die jeweilige Arbeit gebraucht werden.
  • Je anstrengender die Muskelarbeit, desto mehr Muskelfasern kommen zur Anspannung.
  • Bei extremer Anspannung sind dafür auch neue Muskelfasern nötig.
  • Je länger Du eine Übung ausführst, desto müder werden Deine Muskelfasern und die Effizienz lässt nach. Als Folge kommt es zum Muskelzittern.
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Bei gut trainierten Sportlern kommt es seltener zu Muskelzittern (Foto: adpic)

Trainierte Muskeln sind ermüdungsresistenter

Je trainierter und fitter Du bist, desto ermüdungsresistenter werden Deine Muskelfasern. Sie fangen dann auch nicht mehr an so schnell zu zittern. Außerdem kommt es zu einer verbesserten intramuskulären und intermuskulären Koordination. Vereinfacht erklärt: Es spannen sich nur die Muskeln an, die Du für die Übung wirklich benötigst.

Eine weitere Ursache ist Dehydration

Muskelzittern kann auch durch Flüssigkeitsmangel entstehen. Und zu einer Dehydration kann es recht schnell kommen, wie eine Studie im Journal of Athletic Training gezeigt hat. Die Folgen: Der Blutfluss verlangsamt sich und damit auch die Versorgung mit Nährstoffen, wie Elektrolyte. Übertreiben sollte man es mit dem Trinken aber auch nicht. Mehr dazu hier.

Flüssigkeitsmangel kann zu Muskelzittern führen. Zu viel trinken ist aber auch nicht gut (Foto: Henri Meilhac)

Neue Übungen können ebenfalls schuld sein

Der dritte Grund für Muskelzittern sind neue Übungen. Hier kommen wieder die Motoneurone ins Spiel. Der Körper muss erst lernen die richtigen und die für eine Übung nötigen Muskeln anzuspannen. Wer eine neue Übung macht, spannt zunächst immer mehr Muskeln an als nötig und diese Belastung kann dann ebenfalls zu Muskelzittern führen. Nach ein paar Trainingseinheiten dürfte das dann aber kein Problem mehr sein.

Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen.

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