Das kleine Lexikon der Muskelfasern

Das kleine Lexikon der Muskelfasern

Der menschliche Körper verfügt über 639 bis 650 Muskeln. Leider lässt es sich nicht so genau sagen. Einige Muskeln gehen ineinander über und manche sind im Alter gar nicht mehr zu finden. Fest steht aber: Die Muskelfasern der Skelettmuskeln sind es, die uns Bewegung ermöglichen. Es ist also eine gute Idee, sie und ihre Funktion mal näher kennenzulernen.

Wir besitzen drei Muskelarten

Wir wissen zwar nicht ganz genau, wie viele Muskeln wir besitzen, wohl aber, wie viele Muskelarten. Es sind drei: Die Herzmuskulatur, die glatte Muskulatur in den Organen und die Skelettmuskulatur. Letztere ist die Einzige, die wir willentlich steuern können. Kraftpakete wie etwa der Bizeps oder der Oberschenkelmuskel bestehen dabei aus einem Bündel lang gestreckter Zellen aus denen sich dann die Muskelfasern zusammensetzen. Bindegewebe hält diese Muskelfasern zusammen. Sie sind unglaublich dünn, können aber eine Länge von bis zu 30 Zentimetern erreichen.

Muskelkontraktion durch Aktin und Myosin

Im Inneren dieser Muskelbündel verbirgt sich das Geheimnis der Bewegung. Und zwar in Form von Eiweißbündeln, die man als Myofibrillen bezeichnet. Sie wiederum bestehen aus den parallel angeordneten Untereinheiten Aktin und Myosin. Wenn sie sich gegeneinander verschieben, verkürzt sich der Muskel und entwickelt seine Kraft.

Es gibt unterschiedliche Muskelfasertypen

Je nach genetischer Ausstattung und Trainingszustand reagieren die Fasern unterschiedlich schnell. Da gibt es zum einen die langsam reagierenden Muskelfasern vom Typ-1-Myosin. Gute Ausdauersportler besitzen einen hohen Anteil von ihnen. Sprinter wie Usain Bolt oder Gina Lückenkemper hingegen weisen einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Typ-2-Myosin-Fasern auf. Bei den meisten Menschen ist der Anteil der beiden Muskelfasertypen in etwa ausgeglichen. Das gilt auch für Freizeitsportler.

Training kann den Muskelfaseranteil verändern

Lange Zeit ging die Wissenschaft davon aus, das der Anteil genetisch fest vorgegeben ist. Doch das ist überholt. Durch entsprechende Trainingsprogramme  oder Elektrostimulation ist es durchaus möglich ist, den Anteil der jeweiligen Muskelfasern ein wenig zu verändern. Zu einer Veränderung kommt es auch durch Alterungsprozesse. Im alternden Muskel dominieren mehr und mehr die langsamen Muskelfasern. Dieser Prozess lässt sich durch Training zwar aufhalten, aber auch dem sind irgendwann Grenzen gesetzt. Was aber bis ins hohe Alter funktioniert, ist Muskelwachstum. Die Anpassungserscheinungen nehmen zwar etwas mehr Zeit in Anspruch, aber selbst 80-jährige können sich noch ansehnliche Kraftpakete antrainieren.


Leichter Muskelkater ist gar nicht so schlecht

Der beste Hinweis auf ein Muskelwachstum durch Training ist übrigens Muskelkater. Dabei kommt es zu Mikroverletzungen in den Muskelfasern. Der Körper reagiert sofort und aktiviert Reservekerne, auch Satellitenzellen genannt. Sie bilden neue Eiweißstrukturen und sorgen so dafür, das sich der Muskel anpasst und wächst. Doch Vorsicht: Nur ein leichter Muskelkater mit ein wenig Schmerzen oder Steifheit ist zu empfehlen. Wer es übertreibt, muss mit einer Zwangspause von bis zu zehn Tagen rechnen.

Inaktivität lässt Muskeln schnell schrumpfen

Wer nicht regelmäßig trainiert oder sein Bewegungspensum reduziert, muss mit dem Gegenteil rechnen: Muskulatur und Kraft nehmen ab. Und das leider in erschreckend schneller Geschwindigkeit. Was man sich in einem Jahr aufgebaut hat, kann nach vier Wochen Inaktivität beinahe wieder komplett verschwunden sein. Regelmäßiges Training ist also wirklich wichtig.



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