Frauen sind genauso belastbar wie Männer

Frauen sind genauso belastbar wie Männer

Ob es dazu wirklich noch einer Studie bedurft hätte, darüber lässt sich streiten. Aber nun haben es auch die ewig gestrigen Männer endlich schwarz auf weiß. Jetzt ist wissenschaftlich bewiesen: Frauen sind genauso belastbar wie Männer. Auch Extrembelastungen sind keine Gefahr für die Gesundheit.

Die Leistungsfähigkeit der Frauen wollten Männer lange nicht wahrhaben

Blicken wir kurz zurück. 1967 steht der Name K.V. Switzer auf der Teilnahmeliste des Boston Marathons. Bekleidet mit einem wallenden Trainingsanzug und Wollmütze fiel dann schon bei Kilometer 2 auf, dass es sich um eine Frau handelte. Doch Frauen durften damals noch keinen Marathon laufen. Viel zu anstrengend seien die 42 195 Meter für das weibliche Geschlecht. Der Laufdirektor wollte die damals 20-jährige dann auch mit Gewalt aus dem Rennen nehmen. Doch Katherine Viktoria, so ihr voller Name, hatte kräftige Begleiter dabei, die das verhindern konnten. Bei den olympischen Spielen 1972 in München waren die 1500 Meter die längste Laufstrecke für Frauen.

Frauen können genauso viele leisten wie Männer
Vor 50 Jahren noch verboten: Frauen beim Marathon (Foto: adpic)

Keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit

Heute sieht das glücklicherweise anders aus. Kaum eine einst rein männliche Sportart, in der nicht auch Frauen an den Start gehen. Die einst selbst von renommierten Medizinern aufgestellte These Frauen seien nicht so belastbar wie Männer, konnte jetzt auch eine wissenschaftliche Studie eindrucksvoll bestätigen. An der Studie, die jetzt auf der Jahrestagung der „Society of Endocrinology“ in Glasgow vorgestellt wurde, nahmen sechs Frauen im Alter zwischen 28 und 36 Jahren teil. Sie alle mussten sich einem extremen Training zur Vorbereitung auf die erste rein weibliche Arktis-Spedition vorbereiten. Sowohl das Training als die der Aufenthalt in der eisigen Kälte mit langen Märschen hatte keinerlei negativen Auswirkungen auf die Gesundheit.

Frühere Hinweise gelten als widerlegt

Warum bedürfte es überhaupt noch eines Beweises? Weil es in früheren Untersuchungen tatsächlich Hinweise darauf gab, dass das weibliche Fortpflanzungssystem bei extremer Belastung Schaden nehmen könnte. Sowohl die Hormonaktivität als auch die Knochenstärke sollte darunter leiden. Das konnte die Arktis-Studie nun widerlegen.

Die richtige Vorbereitung ist entscheidend

Der Studienleiter Dr. Robert Gifford und seine Kollegen von der University of Edinburgh haben die teilnehmenden Frauen sowohl vor als auch nach der Spedition eingehend untersucht. Sein Fazit: „Unsere Ergebnisse zeigen ganz klar, dass es sich bei den vermeintlichen negativen Auswirkungen extremer sportlicher Belastungen bei Frauen um einen Mythos handelt.“ Er betont aber auch die Wichtigkeit eines entsprechenden Trainings. Das gilt sowohl für Frauen als auch für Männer. Wer sich einer großen Belastung aussetzen will, sollte sich entsprechend vorbereiten.



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