Was den Supraspinatus so wichtig macht

Was den Supraspinatus so wichtig macht

Er heißt Musculus Supraspinatus und die meisten hören den Namen das erste Mal, wenn sie mit einer schmerzenden Schulter zum Orthopäden gehen. Dabei gehört er zu den wichtigsten Muskeln des Körpers. Höchste Zeit also, sich mal intensiver mit ihm zu beschäftigen.

Der Supraspinatus ist Teil der Rotatorenmanschette

Wir können mit modernen bildgebenden Verfahren den Körper millimetergenau durchleuchten, wissen aber immer noch nicht, wie viele Muskeln der menschliche Körper hat. Die Zahlen variieren je nach Quelle zwischen 639 und 650. Doch egal wie viele es nun sind: Ziel vieler Sportler ist es, die Kraftpakete möglichst gut aufzubauen. Dabei konzentrieren sich die meisten auf Brust, Bauch, Po und  Beine. Was viele dabei vergessen: es gibt noch weitere Muskeln, die überaus wichtige Aufgaben erfüllen. Zu diesen Helden eines gesunden Körpers gehört der Musculus supraspinatus. Die meisten haben allerdings noch nie von ihm gehört. Kein Wunder. Er gerät immer erst dann in den Blickpunkt der Aufmerksamkeit, wenn es in der Schulter nicht mehr rund läuft. Denn mit drei weiteren Muskeln bildet er die so genannte Rotatorenmanschette. 

Starke Schultermuskeln sind wichtig
Eine starke Schultermuskulatur schützt vor Problemen

Der Supraspinatus ist ein wichtiger Stabilisator

Der Supraspinatus hat dabei unterschiedliche Aufgaben. Er dient in erster Linie als Stabilisator. Bei jeder Kontraktion fixiert er den Oberarmkopf in der Pfanne. So ist es möglich vom Arm aus Kraft auf den Rumpf zu übertragen. Er wird außerdem als Kapselspanner beschrieben, weil er bei jeder Abspreizbewegung die Gelenkkapsel spannt und damit ein Einkeilen der Kapselhaut zwischen Oberarmkopf und Pfanne verhindert.   

Das reizt den Supraspinatus

Kommen wir nun zum Problem: Der Gelenkkopf der Schulter sitzt nicht, wie bei der Hüfte, fest in der Pfanne, sondern wird durch Muskeln, Sehnen und Bänder in Position gehalten. Jetzt ist es nur leider so, dass viele Sportler zu einseitig trainieren und so kann es genau in diesem Bereich zu einem Muskeldefizit kommen.

  • Eine optimale Funktion der Schulter wird durch die Zentrierung des Oberarmkopfes in der Gelenkpfanne gewährleistet.
  • Genau diese Zentrierung ist aber häufig nicht gewährleistet und es kommt zu einer Dezentralisierung des Oberarmkopfes.
  • Als Folge engen sich die Räume der Schulter sich ein und reizen Supraspinatus und Schleimbeutel.
  • Selbst die dicksten Muskelpakete an Oberarm oder Brust sind kaum in der Lage, das Gelenk zu stützen.

Manche Sportler sind besonders gefährdet

Sportwissenschaftler und Orthopäden wundert es daher kaum, dass die Schulter nach Knie und Sprunggelenk auf Platz drei der Verletzungsstatistik liegen. Betroffen sind alle Sportarten, die die Schulter stark beanspruchen. Dazu gehören Tennis, Schwimmen, Golf und Volleyball, aber auch wer regelmäßig Bankdrücken macht, läuft Gefahr, dass die inneren Strukturen zunächst kaum spürbar Schaden nehmen. 

Wer regelmäßig Bankdrücken macht, sollte auf den Supraspinatus achten (Foto: adpic)

Das sagen Studien zum Supraspinatus

Wissenschaftliche Studien in Schweden und den Niederlanden haben das so genannte Supraspinatus-Syndrom mal genauer unter die Lupe genommen. Ergebnis: Ab dem 40. Lebensjahr leiden bis zu 25 Prozent aller fitnessbegeisterten Menschen darunter. Es sei denn, man beugt rechtzeitig vor. Schuld ist in den meisten Fällen ein Muskeldefizit, aber auch genetische Veranlagung oder Verletzungen können Probleme verursachen. Immer häufiger kommt die hintere Schultermuskulatur durch einseitige und sitzende Tätigkeiten zu kurz. Mit den richtigen Übungen kann sich aber jeder effektiv schützen. Wer regelmäßig trainiert, sollte sich unbedingt auch um die Schulterblätter, die Brustwirbelsäule, die Außenrotatoren sowie um die Beweglichkeit des Schultergelenks kümmern.

Kraftsportler und die Schulter

Bei Sportlern, die Wert auf Kraft und Muskeln legen ist der Abstand der Schulterblätter voneinander oft zu groß. Die Brustwirbelsäule ist dadurch in ihren Rundungen deutlich ausgeprägter. Deswegen sind hier Übungen wie das Rudern sowie Rumpfaufrichteübungen speziell für den Bereich der Brustwirbelsäule empfehlenswert. Wer in einem Studio trainiert, sollte sich von den Trainern einige Workouts zeigen lassen.

Probiere mal den Wall-Slide

Eine sehr gute Übung ist der „Wall slide“. Dabei stellt man sich mit dem Rücken an eine Wand und nimmt die Arme in „Hände hoch-Stellung“. Der Ellenbogen drückt die ganze Zeit an die Wand, während sich die Arme zwischen komplett ausgestreckt nach oben und angewinkelt zur Seite bewegen. Ideal sind dreimal zehn bis 20 Wiederholungen. Die Übung kann man auch sehr gut im Sitzen durchführen. Dann sollten zusätzlich Gesäß und unterer Rücken Kontakt zur Wand haben. Hier das dazu passende Video:

Die Wall-Slide Übung ist wichtig für den Supraspinatus (Quelle: InvictusFitness)

Bei Schulterproblemen rechtzeitig handeln

Und was tun, wenn die Schulter bereits zwickt und zwackt? Dem klassischen Supraspinatussyndrom gehen häufig immer wiederkehrende kleine Beschwerden voraus, die in der Regel nach kurzer Zeit wieder abklingen. Spätestens bei diesen Symptomen sollte man sein Training von einem Fachmann begutachten lassen. Wie in vielen anderen Bereichen auch, ignorieren viele Sportler die Warnsignale. Ein großer Fehler, denn irgendwann kommt es zu Bewegungseinschränkungen und Schmerzen, die den Gang zum Arzt unausweichlich machen. Zunächst werden entzündungshemmende Medikamente verschrieben und wenn das nicht ausreicht sind Kortison-Injektionen nötig. In beiden Fällen, ist der Heilungsverlauf dann deutlich länger und das muss ja nicht sein.  

Hinweis: Dieser Artikel ist gründlich recherchiert, kann aber natürlich keinen Arztbesuch bei Schulterproblemen ersetzen.



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