Was bringt Sport vor dem Frühstück?

Was bringt Sport vor dem Frühstück?

Seit einer 2010 veröffentlichten Studie quälen sich Heerscharen von abnehmwilligen Menschen in aller Frühe aus dem Bett, um Sport vor dem Frühstück zu machen. Denn das soll, so das Ergebnis der britischen Untersuchung, überflüssiges Fett besonders effektiv verbrennen. Mittlerweile weiß man: Ganz so stimmt das nicht.

Was die Studie herausgefunden hat

Eigentlich klingt es ganz logisch: Nach der nächtlichen Schlafphase sind die Kohlenhydratreserven im Körper weitestgehend aufgebraucht. Die körperliche Belastung am frühen Morgen führt schließlich dazu, auch die verbleibenden Reste an Gykogen aufzuzehren. Um weiter leistungsfähig zu bleiben, muss der Körper also auf die Fettreserven zurückgreifen. Genau so ist es auch und so sorgte die Studie weltweit für Furore.

Sport vor dem Frühstück hilft nicht unbedingt beim abnehmen
Sport vor dem Frühstück (Foto: adpic)

Neue Erkenntnisse zu Sport vor dem Frühstück

Doch dann haben sich Wissenschaftler im Laufe der nachfolgenden Jahre weitere Gedanken gemacht und sind dabei zu folgenden Ergebnissen gekommen:

  • Sport vor dem Frühstück mobilisiert vor allem die freien Fettsäuren in der Muskulatur. Die ungeliebten Fettreserven rund um Bauch, Hüfte und Beinen hingegen bleiben nahezu unberührt.
  • Beim Abnehmen kommt es nicht darauf an, wie viel Fett man verbrennt, sondern darauf wie viel Energie man insgesamt verbraucht. Die Faustregel lautet: Abnehmen kann nur, wer mehr Kalorien verbraucht, als er zu sich nimmt.
  • Abnehmwillige laufen zudem Gefahr, nach einem Nüchterntraining beim Frühstück besonders kräftig zuzulangen. Der Hunger ist einfach zu groß. Auch hier trifft wieder die im vorherigen Punkt genannte Faustregel zu.
  • Hinzu kommt, dass die Leistungsfähigkeit bei Sport auf nüchternem Magen deutlich geringer ist. Außerdem steigt die Gefahr einer Unterzuckerung. Es droht Schwindel und auch die Koordination leidet.

Wichtiger ist es, sich überhaupt zu bewegen

Mit anderen Worten: Wer abnehmen möchte, muss sich nicht in aller Frühe aus dem Bett quälen. Viel wichtiger, das hat auch die britische Studie 2010 gezeigt, ist das man sich überhaupt regelmäßig bewegt. Unbewegt ist es unendlich viel schwerer Gewicht zu verlieren. Völlig verteufeln wollen aber selbst Gegner den Sport vor dem Frühstück nicht. Typische Frühaufsteher, die mehrmals die Woche trainieren, können ruhig alle sieben bis zehn Tage mal eine Nüchterneinheit einlegen. Denn das trainiert durchaus den Fettstoffwechsel. Wer zu Unterzuckerung neigt, sollte vorher allerdings eine überreife Banane essen und ein Glas Wasser oder Fruchtsaftschorle trinken. Und wer wissen will, welches das beste Frühstück ist, sollte hier mal vorbeischauen.



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