Diäten funktionieren fast immer nur mit Sport

Diäten funktionieren fast immer nur mit Sport

Mit Tierversuchen ist das so eine Sache, nicht nur aus der Sicht des Tierschutzes. Allzu oft erweisen sich die Untersuchungen als nicht auf den Menschen übertragbar. Bei einer jetzt veröffentlichten Studie der Universität Cambridge sind die Wissenschaftler aber zuversichtlich, dass sie auch auf Menschen zutrifft. Fazit: Diäten funktionieren nur mit Sport.

Die Ursache des JO-Jo-Effekts entschlüsselt

Mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland sind übergewichtig und viele von ihnen verzweifelt auf der Suche nach einer Diät, die Pfunde nur so dahinschmelzen lässt. Und ein Großteil der Menschen, die schon mal eine Diät ausprobiert haben, kennt den Jo-Jo-Effekt. Erst purzeln die Pfunde und dann schwupp, sind sie nicht nur wieder drauf, die Waage zeigt sogar noch deutlich mehr an als vorher. Wissenschaftler am Metabolischen Forschungsinstitut der Universität von Cambridge glauben jetzt die Ursache für den frustrierenden Effekt gefunden zu haben.

Hier die Ergebnisse im Überblick

  • Abnehmstrategien sind ineffizient, weil der Körper wie ein Thermostat funktioniert. Wenn wir weniger essen, verbrennt der Organismus einfach weniger Kalorien. Das macht Abnehmen zu einer Herkulesaufgabe.
  • Die britischen Forscher haben in den Gehirnen von Mäusen – sie haben vergleichbare biologische und physiologische Gemeinsamkeiten mit Menschen – jetzt eine weitere Ursache dafür gefunden, warum Diäten so oft scheitern. Ein spezielles Neuron im Hypothalamus namens AGRP könnte verantwortlich sein.
  • AGRP hat direkte Auswirkungen auf das oben beschriebene Thermostat. AGRP löst bei uns Hunger aus und wenn keine Nahrung vorhanden ist, ist es wohl außerdem dafür verantwortlich, den Kalorienverbrauch herunter zu regeln.

Diäten funktionieren am besten langsam und mit Sport

Wie gesagt, noch ist es nur in Mäusen nachgewiesen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass AGRP auch bei Menschen eine wichtige Rolle dabei spielt, ob Abnehmen funktioniert oder nicht, soll den Forschern zufolge sehr hoch. Jetzt ist es für Übergewichtige zwar eine schöne Ausrede, wenn sie nach erfolglosen Diäten sagen können, bei mir ist AGRP schuld. Doch die meisten möchten ja gerne abnehmen und glücklicherweise lässt sich da auch was machen, denn AGRP lässt sich austricksen:

  • Diäten, da sind sich die Wissenschaftler sicher, können nur funktionieren, wenn man langsam abnimmt und gleichzeitig regelmäßig Sport treibt.
  • Ideal sind ein, maximal anderthalb Pfund pro Woche. Natürlich dauert das etwas länger, aber der Erfolg ist dann dauerhaft. Es kommt nicht zum JoJo-Effekt.
  • Als Sport empfehlen die Wissenschaftler eine Kombination aus Ausdauersport- und Krafttraining. Joggen, Schwimmen und Aqua-Fitness verbraucht viele Kalorien, Radfahren etwas weniger, deshalb muss man etwas länger in die Pedalen treten, um auf den Kalorienverbrauch zu kommen, wie bei den anderen Sportarten.
  • Als Krafttraining eignen sich Workouts mit dem eigenen Körpergewicht und an und mit Geräten. Fortgeschrittene können auch mit effektiveren freien Gewichten arbeiten. Sehr gut sind außerdem die verschiedenen Formen der Functional Fitness, mit der man bis zu 800 Kalorien in einer Stunde verbrennen kann.