Was passiert beim Marathonlauf mit Deinem Körper?

Was passiert beim Marathonlauf mit Deinem Körper?

Der Herbst naht und damit die Zeit der großen Marathons. Hoffentlich gut vorbereitet gehen dann wieder viele tausend Läufer auf die 42195 Meter lange Strecke. Unabhängig von der Qualität des Trainings, und dem Leistungsvermögen, passieren beim Marathonlauf viele Dinge mit dem Körper. Nicht alle sind gesund. Das solltest Du dazu wissen.

Ein Marathonlauf ist für den Körper eigentlich zu lang

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich bei vielen Läufern jetzt unbeliebt mache, möchte ich darauf eingehen: Ein Marathonlauf ist nicht besonders gesund für den Körper. Die Strecke ist einfach zu lang für den Organismus. Das zeigen viele wissenschaftliche Untersuchungen. Deshalb sollte man ihm auch mit großer Demut in Angriff nehmen. Das heißt, Du musst Dich wirklich gut darauf vorbereiten.

  • Laufanfänger und Wiederbeginner brauchen mindestens ein Jahr, besser sogar noch 18 Monate gezielte Vorbereitung.
  • Wer schon gut trainiert ist und ohne Probleme einen Halbmarathon schafft, dem reichen auch etwa drei Monate Vorbereitung.
Das Training für einen Marathon hat viele positive Folgen für den Körper (Foto: adpic)

Das Marathontraining ist gesund

Der Lauf selbst ist eine Herkulesaufgabe für den Körper. Eine seriöse Vorbereitung hingegen ist für den Körper mit vielen positiven Auswirkungen verbunden. Das Training ist gut für das Immunsystem und Du verbrennst viele Kalorien. Dein Herz lernt effizienter zu arbeiten und es sprießen neue Gefäße. Dadurch verbessert sich die Sauerstoffversorgung, wovon alle Organe des Körpers profitieren. Beim Lauf selbst aber können diese Dinge passieren:

1. Die Körpertemperatur steigt an

Bei einem Marathonlauf steigt die Körpertemperatur während des Rennens immer weiter an. Von den normalen 37 Grad bis über 40 Grad. Das ist dann wie bei einer Grippe oder einer Infektionskrankheit, in der Regel aber ungefährlich. Wichtig ist es den Flüssigkeitsverlust vernünftig auszugleichen. Vernünftig deshalb, weil Du auch nicht zu viel Flüssigkeit zu Dir nehmen solltest. Hier mehr dazu.

2. Deine Nieren können leiden

Die Belastung auf der über 42 Kilometer langen Strecke, kann die Nieren Mitleidenschaft ziehen. Forscher der Universität Yale konnten nachweisen, dass es bei 80 Prozent aller Marathonläufer zu Nierenproblemen kommt. Das gilt insbesondere für nicht optimale vorbereitete Läufer und bei jenen, die zu viel oder zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen.

Die richtige und dosierte Flüssigkeitsaufnahme ist beim Marathon sehr wichtig (Foto: adpic)

3. Deine Beine können weh tun

Wenn Du beim Marathonlauf an Deine Grenzen gehst, und das lässt sich meistens nicht vermeiden, dann musst Du während des Laufes und anschließend mit Krämpfen rechnen. Wenn Du sehr gut vorbereitet bist, lässt sich das verhindern, aber eine Steifheit der Muskeln ist definitiv vorhanden. Schuld sind winzige Verletzungen innerhalb der kontrahierenden Muskulatur. Das Gewebe ist leicht entzündet, manchmal sogar angeschwollen. Du solltest Deinen Körper deshalb auch ausreichend Zeit zur Regeneration geben.

4. Du hast wahrscheinlich eine schlaflose Nacht

Je nach Nervosität, hast Du vielleicht schon in der Nacht vor einem Marathon Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen. Aber auch in der Nacht nach dem Lauf könnt es etwas unruhig sein. Obwohl Du Dich wahrscheinlich hundemüde fühlst, findest Du nicht in den Schlaf. Schuld ist das Stresshormon Cortisol. Es ist noch viele Stunden nach einem Marathonlauf deutlich erhöht und lässt einen erst mal nicht zur Ruhe kommen.

Gute Laufschuhe sind beim Marathonlauf sehr wichtig (Foto: adpic)

5. Vielleicht verlierst Du einen Zehnagel

Es kommt auf die Strecke an und natürlich auf das Schuhwerk. Aber gegen Ende eines Marathons, sind Muskel- und Gewebeschäden keine Seltenheit. Vor allem die Füße können leiden, insbesondere dann, wenn eine Strecke zum Ende hin abschüssig ist. Es kann zu kleinen Mikrotraumen kommen, in deren Folge Du einen Zehnagel verlierst. Auch hier gilt: Je besser die Vorbereitung, desto geringer das Risiko. Aber, wie gesagt, spielt auch der Laufschuh eine wichtige Rolle.

6. Du verbrennst viele Kalorien

Der Kalorienverbrauch liegt zwischen 600 und 800 Kalorien pro Stunde. Unser Körper kann 500 Gramm Glykogen speichern. Das sind etwa 2000 Kalorien, die für die sofortige Mobilisierung zur Verfügung stehen. Diese sind nach 30 Kilometern aufgebraucht und viele Marathonläufer wissen, was dann passiert: Der böse Mann mit dem Hammer schlägt zu. Elektrolyte können helfen, aber nur, wenn Du Erfahrung mit ihnen hast. Sonst bekommst Du Magenkrämpfe. Tipp: Schon während der Vorbereitung solltest Du austesten, welchen Maßnahmen Dir am besten helfen.



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