Fitness kann Bluthochdruck-Medikamente überflüssig machen

Fitness kann Bluthochdruck-Medikamente überflüssig machen

Vermutlich gibt es in Deutschland keine Krankheit, die so weit verbreitet ist.  Weit mehr als 20 Millionen Menschen leiden darunter. 50 Prozent aller Schlaganfälle sind eine Spätfolge von Bluthochdruck. Es gibt gut wirksame Bluthochdruck-Medikamente. Aber auf die könnten viele verzichten, wenn sie regelmäßig Fitness machen.

So kommt es zu Bluthochdruck

Am häufigsten tritt eine so genannte primäre Hypertonie auf. und die deutlich seltenere sekundäre Hypertonie. Die Ursachen sind immer noch nicht hinreichend erforscht, die Gene spielen vermutlich eine Rolle. Übergewicht, eine zu salz- und fettreiche Ernährung, Rauchen, zu viel Alkohol sowie Bewegungsmangel können Bluthochdruck begünstigen. Als unterschätzte Gefahr gilt die mit Schnarchen einhergehende Schlaf-Apnoe. Dem Körper fehlt durch die Atemaussetzer Sauerstoff und der schüttet deshalb Stresshormone aus. Das treibt den Blutdruck in die Höhe.

Die medikamentöse Therapie

Bei der Behandlung von Bluthochdruck gibt es klare Leitlinien. Es stehen mehrere Arzneigruppen zur Verfügung. Hier ein paar Beispiele:

  • Diuretika steigern die Salz- und Wasserausscheidung durch die Nieren und entspannen so die Gefäße.
  • Betablocker reduzieren den Einfluss von Stresshormonen auf das Herz.
  • Kalzium-Antagonisten erweitern die Gefäße durch Entspannung der glatten Muskulatur und ACE-Hemmer entlasten das Herz.
  • Nicht selten kommt eine Kombination aus mehreren Wirkstoffen zum Einsatz. Das hängt von der individuellen Diagnose ab.

Fitness besser als Bluthochdruck-Medikamente

Wer Bluthochdruck-Medikamente einnimmt, muss mit Nebenwirkungen rechnen: Dazu gehören bei allen Mitteln Schwindel, Benommenheit, Blutdruckabfall, Allergien, Hautreaktionen und Magen-Darm-Beschwerden. Manche Präparate verursachen auch Reizhusten, Herzklopfen und andere Symptome. Wer darauf verzichten möchte, sollte regelmäßig und ausreichend intensiv Sport treiben. Denn Fitness macht Bluthochdruck-Medikamente überflüssig. Das hat eine im British Journal of Sports Medicine erschienene Studie eindrucksvoll nachweisen können.

Ausdauersport wirkt besser als Bluthochdruck-medikamente
Sowohl Ausdauersport als auch Krafttraining senken zu hohen Blutdruck (Foto: adpic)

Die Ergebnisse der Studie

Im Rahmen einer Metanalyse haben die Forscher die Daten von 10 461 Menschen unter die Lupe genimmen. Erbebnis: Menschen mit Bluthochdruck profitieren sowohl von Herz-Kreislauf-Training als auch von Krafttraining. Beide Fitnessvarianten funktionierten genauso gut wie verschreibungspflichtige Blutdrucktabletten. Trotzdem sollte jetzt niemand seine Bluthochdruck-Medikamente entsoregen. Wichtig ist es erst einmal mit dem behandelnden Arzt zu sprechen:

Menschen, denen Blutdruckmedikamente verschrieben wurden, sollten aber vielleicht mit ihren Ärzten über den möglichen Nutzen von Trainingsinterventionen sprechen

Studienleiter Professor Hüseyin Naci, PhD, Assistenzprofessor an der London School of Economics

Warum Sport bei Bluthochdruck gut ist

Obwohl regelmäßige Fitnessprogramme bei Bluthochdruck in den meisten Fällen ratsam ist, verzichten viele Betroffene immer noch. Das könnte mit einem Missverständnis zusammenhängen: Bei körperlicher Belastujg steigt der Blutdruck an. Das ist aber völlig normal. Bei regelmäßigem Training verringert sich der Widerstand in den Arterien. Das Blut kann leichter fließen und so sinkt der Blutdruck.

Schon einmal die Woche reicht aus

Ein auf die individuelle Leistungsfähigkeit abgestimmtes Herz-Kreislauf-Training hat gegenüber Krafttraining ein leichten Vorteil. Aber beide Fitnessvarianten sind zu empfehlen. In einer in der Zeitschrift Current Hypertension Reports veröffentlichten Studie, stellten die Forscher fest, das schon ein Training pro Woche so wirksam ist wie eine Medikamentengabe. Ein dreimal wöchentliches Training von jeweils 40 Minuten ist der Pharmakotherapie dann sogar deutlich überlegen.

Am besten unter Aufsicht

Wer als Hpertoniker noch nie oder lange Zeit keinen Sport getrieben hat, sollte unter professioneller Aufsicht trainieren. In vielen Städten gibt es Herzsportgruppen und die meisten Krankenkassen bieten entsprechende Programme an. Aber auch erfahrene Sportler sollten sich mit ihrem Arzt abstimmen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist gründlich recherchiert, kann aber keinen Arztbesuch oder eine ärztliche Empfehlung ersetzen.

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