So effektiv ist Vibrationstraining

So effektiv ist Vibrationstraining

Von den Trainingsgeräten aus der Weltraumforschung profitieren auch Erdenbewohner. Kein anderes Muskeltraining ist Studien zufolge derart effektiv. Das Erfolgsgeheimnis sind die hohen Vibrationen. Allerdings sind dabei einige Dinge zu beachten.

Mit Vibrationstraining der Schwerkraft trotzen

Es ist eine lange Reise. Mehr als 41 Millionen Kilometer müssen die Astronauten zurücklegen, wenn es auf die Reise zum Mars geht. Wer den Weg zum roten Planeten antritt, steht noch nicht fest. Höchstwahrscheinlich mit an Bord ist aber wohl die Vibrationsplattform Galileo. Sie steht seit mehr als zehn Jahren im Mittelpunkt von Studien mit wahrhaft kosmischen Ausmaßen. Denn der Weltraumtrip stellt Ärzte und Wissenschaftler vor ein gewaltiges Problem. Bereits nach kurzer Zeit in der Schwerelosigkeit verlieren die Knochen an Substanz und es kommt zu Osteoporose. Auch die Muskeln bauen rapide ab und es sinkt die Zahl der für den Sauerstoff so wichtigen roten Blutkörperchen. Die dramatische Folge: Der Kreislauf gewöhnt sich an die Trägheit und so drohen unter normalen Schwerkraftbedingungen sofort lebensgefährliche Knochenbrüche. Vibrationstraining soll dem entgegenwirken

Vibrationsplattform Galielo
Training auf dem Galileo

Das Besondere am Vibrationstraining

  • Die Geräte arbeiten mit unterschiedlichen Frequenzen von bis zu 27 Hertz.
  • Der Muskel zieht sich also in einer Sekunde bis zu 27 mal zusammen
  • Schon eine dreiminütige Belastung entspricht so einem 10 000 Meter Lauf

Beim Vibrationstraining reicht schon einfaches Stehen

Außerdem kommt es zu einer deutlich verbesserten Durchblutung und Mikrozirkulation in den trainierten Körperbereichen sowie zu einer erhöhten Speicherfähigkeit in Sehnen und Muskeln. Schon das bloße Stehen auf angeschaltetem Gerät zeigt Wirkung, weil man viele Muskeln einsetzen muss, um das Gleichgewicht zu halten. Noch effektiver sind natürlich zusätzliche Übungen, wie Kniebeugen und Co. Kein Wunder, dass die Geräte mittlerweile auch in vielen Fitnessstudios und Rehazentren stehen. Grundsätzlich lassen sich beim Training drei Frequenzen unterscheiden:

  • Niedrige Frequenzen zwischen 5 und 12 Hertz dienen vor allem der Mobilisation
  • Mit Frequenzen zwischen 13 und 20 Hertz lässt sich die Muskelfunktion und die Muskelleistung verbessern
  • Alle Frequenzen darüber hinaus dienen ausschließlich der Verbesserung der Muskelleistung

Seitenalternierende Geräte haben eindeutige Vorteile

Warum das Vibrationstraining als effektivstes Muskeltraining überhaupt gilt, lässt sich wissenschaftlich erklären: Bei hohen Frequenzen ist der Muskel nicht mehr in der Lage sich vollständig zu entspannen. So kommt es zu einer Überlagerung von Anspannung und Entspannung. Die Folge ist eine verbesserte Intra- und Intermuskuläre Koordination. Vereinfacht ausgedrückt: Sowohl das Nerv-Muskel-Zusammenspiel, als auch das Zusammenwirken verschiedener Muskeln bei einem Bewegungsablauf verbessern sich. Dabei unterscheiden sich die heute verfügbaren Geräte in zwei wesentlichen Bereichen. Die einen arbeiten mit vertikalen Bewegungen, andere mit seitenalternierenden Bewegungen. Mit beiden Varianten lässt sich effektiv die Muskulatur trainieren. Seitenalternierende Geräte stehen bei vielen Experten allerdings höher im Kurs, weil sie zwei nicht zu unterschätzende Vorzüge haben:

  • Herz und Kreislauf reagieren mit einer Zunahme von Puls und Blutdruck sowie einer Erhöhung der Blutfördermenge und des Sauerstoffumsatzes.
  • Auch der Blutzuckerspiegel und die Hormonproduktion werden positiv beeinflusst.
  • Vor allem aber für die Knochen kommt es zu einer aufbaufördernden Signal. Weshalb das Training auch zur Prävention und Therapie von Osteoporose zum Einsatz kommt.
Vibrationstraining ist für Skifahrer die perfekte Vorbereitung

Falsche Anwendung kann schaden

Das klingt nach einer echten Trainingswunderwaffe. Und das ist sie auch, allerdings sind einige Dinge trotzdem zu beachten: Denn die Vibrationen können bei falscher Anwendung auch Nebenwirkungen haben. Manche Organe habe so genannte kritische Resonanzbereiche. Bei der Wirbelsäule und den inneren Organen liegen diese bei 8 Hertz, beim Kopf sind es 18 Hertz. Bei stehenden Übungen auf der Vibrationsplatte macht das nicht so viel aus, denn je weiter die Schwingungen nach oben gehen, desto geringer werden sie. Dazu ein Beispiel: Beim Alpin-Ski werden Erschütterungen von 60 Hertz auf den Schuh übertragen, im Bereich Schienbein und Oberschenkel reduziert sich das auf 30 Herz und bis zum Kopf sinkt das dann auf 10 Hertz. Liegestütze auf dem Gerät können bei hohen Frequenzen dann durchaus zu Problemen führen. Deshalb gilt auch für alle, die erstmals damit trainieren: Immer unter Aufsicht!

  • Vibrationstraining kann und sollte immer nur eine Ergänzung zum Ausdauer- und Krafttraining sein, aber niemals ein Ersatz.
  • Der Einsatz im Spitzensport ist ratsam, muss aber in die Saisonplanung passen.
  • Unbestritten ist der therapeutische Einsatz in der Rehabilitation nach Sportverletzungen und Operationen
  • Es dient der Vorbeugung von Knochenschwund, zur Verbesserung der Gangsicherheit und zur Sturzprophylaxe bei Senioren.

Vorsicht bei bestimmten Beschwerdebildern

Auf gar keinen Fall durchführen darf man das Vibrationstraining bei akuten Bandscheibenvorfällen, bei noch nicht ausgeheilten Knochenbrüchen. instabilen Arthrosen und Entzündungen, Thrombosen, künstlichen Gelenken und Schwangerschaft. Bei all diesen Punkten sollte lieber das herkömmliche Kraft- und Ausdauertraining durchgeführt werden.



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