Gesunde Sauna – Schwitzen im Sitzen

Gesunde Sauna – Schwitzen im Sitzen

Saunieren stärkt die Abwehrkräfte, trainiert die Gefäße und ist eine Wohltat für Körper und Seele. Wer es richtig macht, verschafft seinem Geist mitten im hektischen Alltag die wohlverdiente Ruhe. Und auch die Fitness profitiert.

Rund 26 Millionen Menschen in Deutschland gehen regelmäßig in die Sauna. Der Aufenthalt in der Hitze ist das perfekte Wohlfühlprogramm mit dem tollen Nebeneffekt, auch etwas für die Gesundheit zu tun. Denn der Gang in die Sauna soll vor allem eines bieten: Entspannung für Körper und Seele. Davon profitieren natürlich auch alle, die regelmäßig trainieren:

Sauna, Durchblutung, Regeneration
Die Hitze tut dem Körper gut (Foto: adpic) 
  • Der Wechsel von heißer Luft und kaltem Wasser fördert die Durchblutung und bringt das Immunsystem auf Trab. In der Sauna steigt die Körpertemperatur auf etwa 38 Grad.
  • Dieses künstliche Fieber versetzt den Körper in eine leichte Alarmbereitschaft und mobilisiert die Immunzellen. Die Zahl der für die Abwehr so bedeutsamen Fresszellen steigt.
  • Da die Hitze aber keine Gefahr darstellt, können sich die zusätzlichen Helfer um Erkältungsviren kümmern.
  • Studien belegen das: 78 Prozent aller regelmäßigen Saunagänger bleiben von Infekten verschont. Weitere schöne Nebeneffekte: Verspannungen lösen sich und die Regenerationsfähigkeiten verbessern sich.

Sauna macht tiefenentspannt

Gerade im Winter, wenn bei Schmuddelwetter die Laune auf den Nullpunkt sinkt, hilft das Schwitzen in der Sauna auch, trübe Gedanken zu verscheuchen. Es kommt sogar zu einer Tiefenentspannung, die sich auch positiv auf Herz, Darm und Nieren auswirkt. Warum? Weil die Funktion der Organe vom vegetativen Nervensystem gesteuert wird. Es besteht aus dem Sympathikus, der den Körper in Erregung versetzt, und dem Parasympathikus, der sie wieder zurücknimmt. Wärme und Kälte wirken jeweils verstärkend auf einen der beiden Nervensysteme und sorgen für die richtige Balance zwischen den beiden.

Aufguss in der Sauna
Regelmäßige Aufgüsse sorgen für einen zusätzliche Hitzereiz (Foto: anniepan)

Immer schön viel Zeit lassen beim saunieren

Außerdem profitiert die Haut. Durch die intensive Durchblutung erneuert sich die oberste Hautschicht schneller, und das stärkt den Säureschutzmantel. Die einzig schlechte Nachricht: Dass man durch den Saunabesuch abnimmt, ist ein Mythos. Zwar zeigt die Waage nach dem Saunieren ein paar Pfunde weniger an, dabei handelt es sich aber nur um Wasser. Ideal ist es, sich einmal die Woche mindestens zwei Stunden Zeit zu nehmen. Ein schneller Durchgang nach dem Training kann für den Körper sehr belastend sein. Das hat mit Erholung und Entspannung nichts zu tun.

  • Nicht in die Sauna dürfen Menschen mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, akutem Rheuma und Venenentzündungen. (siehe unten: Die wichtigsten Saunaregeln).
  • Bei Bluthochdruck, Nervenproblemen und starker Erkältung ist es besser, zunächst den Arzt zu fragen.
  • Übrigens: Nicht jeder Mensch kommt in der Sauna gleich schnell ins Schwitzen. Vor allem bei Anfängern ist die Wärmeregulation noch etwas eingerostet. Mit der Zeit nimmt die Schweißproduktion aber Fahrt auf.

Auch saunieren will trainiert sein

Wer die Hitze nicht gewohnt ist, sollte sich ihr anfangs nicht zu lange aussetzen. Faustregel: Jeder sollte nur so lange in der Sauna bleiben, wie er sich wohlfühlen  Wichtig ist eine entspannte Haltung. Wer sich hinlegt, sollte sich vor dem Verlassen der Sauna aufrecht hinsetzen, damit der Kreislauf wieder in Gang kommt. Anschließend am besten an die frische Luft und schließlich unter die kalte Dusche oder ins Tauchbecken. Die anschließende Ruhephase ist immer länger als die Saunagänge, von denen zwei oder drei optimal sind.

Die wichtigsten Saunaregeln sind:

  1. Eine Sauna weder hungrig noch mit vollem Magen betreten.
  2. Vor dem Saunagang unbedingt duschen! Das befreit die Haut von Fett.
  3. Nicht zu lange in der Sauna bleiben! 15 Minuten sind das Maximum, danach 30 bis 45 Minuten abkühlen.
  4. Der eventuelle Aufguss erfolgt nach fünf bis zehn Minuten (bitte auf den Körper und das Wohlgefühl achten).
  5. Vor dem Verlassen der Sauna etwa zwei Minuten aufrecht sitzen, das stabilisiert den Kreislauf.
  6. Zwei Minuten Frischluft nach dem Saunagang kühlt die Atemwege und macht sie frei.
  7. Während der Saunagänge nicht trinken – anschließend aber gerne.

Überblick über die Saunavarianten:

Finnische Sauna

Die Finnen erfanden die Sauna schon vor 2000 Jahren. Die klassischen Schwitzhütten aus Fichtenholz erreichen zwischen 70 und 100 Grad.

Bio-Sauna

Die Luftfeuchtigkeit ist mit 45 Prozent deutlich höher als in der finnischen Sauna, dafür ist die Temperatur mit rund 60 Grad etwas geringer. Oft findet eine zugeschaltete Lichttherapie statt, die positiv auf die Psyche wirken soll.

Dampfbad

Hier schwitzt man bei 100 Prozent Luftfeuchtigkeit und etwa 45 Grad Wärme – gut für Haut und Schleimhäute. Durch die Luftfeuchtigkeit wird der Kreislauf aber auch stärker belastet.

Honig-Sauna

Heller Honig, dick auf die Haut aufgetragen, sorgt beim Saunieren für stärkeres Wärmeempfinden und nach dem Duschen für zarte Haut.

Hamam

Orientalisches Entspannungs-Saunieren beginnt mit einer Ruhephase in einem 30 Grad warmen Raum. Anschließend wird der Körper mit Wasser übergossen. In einem anderen, 40 Grad warmen Raum wird der Körper komplett eingeschäumt und massiert.

Salz-Aufguss

Wer sich vor dem ersten Aufguss Arme, Beine und Oberkörper mit Mineralsalz einreibt, wird mit einer besonders weichen Haut belohnt: Das Salz dient als Peeling. Außerdem wirkt es schweißtrei- bend und desinfizierend.

Bier-Aufguss

Etwas Bier im Aufgusswasser erfüllt die Sauna mit herrlichem Brotduft. Der Versuchung, das restliche Bier zu trinken, sollte man besser widerstehen oder auf alkoholfreies Bier ausweichen.

In russischen Saunen wird dem Aufguss statt Bier auch Wodka zugesetzt.



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