Warum ein Training mit geschlossen Augen lohnt

Hast du schon mal von Propriozeption gehört? Das ist Fähigkeit die Position deiner Gliedmaße und die Lage deines Körper im Raum jederzeit wahrzunehmen. Für Sportler ist das eine enorm wichtig Fähigkeit. Sie kann dich in allen Bereichen besser machen. Ein Training mit geschlossenen Augen kann deine propriozeptiven Fähigkeiten verbessern.

Training mit geschlossenen Augen
Foto: seventyfourimages
Die motorische Kontrolle verbessern

Wenn du deine eigenen Bewegungen gut und vor allem auch sicher beherrschen willst, musst du die so genannte motorisches Kontrolle optimieren. Bei der motorischen Kontrolle geht es darum, auf subtile und kaum wahrnehmbare Einflüsse des Nervensystem optimal und sehr schnell zu reagieren. Trainieren lässt sich das sehr gut mit Übungen auf einer instabilen Unterlage. Ebenfalls sehr gut geeignet ist aber auch Training mit geschlossenen Augen. Probier es gleich mal aus. Stell dich auf ein Bein und schließe dann die Augen. Schnell wirst du merken, dass es deutlicher schwieriger ist das Gleichgewicht zu halten.

Was Training mit geschlossenen Augen so wertvoll macht

Untersuchungen zeigen, dass ein Training mit geschlossenen Augen die Bewegungsmechanik und die Muskelfunktion verbessert. Durch das Schließen der Augen müssen die Muskelspindeln und andere propriozeptive Mechanismen deutlich mehr arbeiten, um deine Bewegungen zu stabilisieren und die Belastung zu kontrollieren. Du lernst auf diese Weise, dich mehr auf die kinästhetische Wahrnehmung als auf das Sehen zu verlassen. Mit anderen Worten: Statt die Bewegung, beispielsweise im Spiegel zu beobachten, musst du die Bewegung fühlen. Das macht dich nach und nach deutlich sicherer in der Bewegungsausführung. Außerdem kommen mehr Muskeln zum Einsatz.

So kannst du vorgehen

Anfänger sollten erst dann ein Training mit geschlossenen Augen machen, wenn sie eine Übung einwandfrei beherrschen. Dazu können bis zu 2000 korrekte Wiederholungen nötig sein. Wer sich absolut sicher ist, Kraftübungen technisch korrekt durchzuführen kann es gerne mal mit geschlossenen Augen versuchen. Wer noch nie auf diese Weise trainiert hat, sollte einen Trainingspartner oder Coach um Kontrolle bitten. Auf folgende Dinge solltest du ebenfalls achten:

  • Um dich herum solltest du ausreichend Platz haben, damit du bei Verlust des Gleichgewichts nicht gegen harte oder scharfe Kanten fallen kannst.
  • Ungeübte sollte ihr Training mit geschlossenen Augen an den Anfang des Workouts setzen, wenn sie noch nicht müde sind.
  • Wer noch nicht so erfahren ist und mit Gewichten arbeitet, sollte diese ein wenig reduzieren. Erst wenn du sicher bist, ist es ratsam mit den üblichen Gewichten zu trainieren.
  • Bedenke bitte auch, dass ein Training mit geschlossenen Augen schneller zur Ermüdung führt und auch die Regeneration etwas länger dauern kann.
Auf einer instabilen Unterlage ist Training mit geschlossenen Augen eine große Herausforderung (Foto: Canva)
Training auf instabiler Unterlage

Noch anspruchsvoller wird es, wenn du mit geschlossenen Augen auf einer instabilen Unterlage Übungen durchführst. Das kann ein dickes Balance Pad, eine Airex-Matte oder auch ein Bosu-Ball sein. Diese Trainingsform ist aber erst dann ratsam, wenn du die Übungen auf stabiler Unterlage perfekt beherrscht. Am besten startest du mit Kniebeugen, Liegestütze, Kreuzheben, Ausfallschritte, Arnold Press sowie Bizeps- und Trizepscurls.

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